44 Wohnungen, ein neues Baukonzept und eine besondere Art zu heizen


Am Josefsring in Viersen entsteht derzeit ein Wohngebäude, das einige der Fragen zusammenbringt, die den Wohnungsbau heute beschäftigen: Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Welche Bauweise passt dazu? Und wie kann die Haustechnik so geplant werden, dass sie sich sinnvoll in das Gebäude einfügt?

Eine Antwort darauf gibt das Projekt „Generations“ der VAB Viersen. 44 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen hier, mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen für verschiedene Lebenssituationen. Die Miete soll bei 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Gebaut wird in Holzhybridbauweise. Photovoltaik und ein digitaler Gebäuderessourcenpass gehören ebenfalls zum Konzept.

„Dieses Projekt verbindet mehrere Generationen miteinander von Kleinstwohnungen über große Familienwohnungen zentral zwischen der Innenstadt Viersens und dem Hauptbahnhof von Viersen in der Nähe der schönen Josefskirche zu bezahlbaren Mieten in Höhe von 6,50 €.“

Christian Frank, Vorstandsvorsitzender der VAB Viersen

Am 26. August wurde am Josefsring Richtfest gefeiert. Der Termin war zugleich der Auftakt der WOHNENRW-TAGE 2026 des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. 

Aus einem einzelnen Bauvorhaben wird ein Beispiel für eine größere Diskussion: Wie kann der Wohnungsbau bezahlbar bleiben und gleichzeitig neue Anforderungen an Konstruktion, Energie und Nachhaltigkeit erfüllen?

Die WOHNENRW Tage bringen die Diskussion auf die Baustelle

Die WOHNENRW Tage schaffen eine Plattform für die Wohnungswirtschaft und ihre Partner. Politik, Planung und Praxis kommen dabei zusammen.

Der Veranstaltungstag begann mit dem Empfang der Gäste. Nach Grußworten von MdL Ina Scharrenbach (CDU), Bennet Gielen, und Ertunc Deniz folgten weitere Beiträge der VAB. Auch VAB-Vorstandsvorsitzender Christian Frank begrüßte die Teilnehmer. 

Im Anschluss an das Richtfest konnten sich die Gäste bei einem Rundgang selbst ein Bild vom Rohbau machen.

Wenn weniger Technik sinnvoller sein kann

Besonders im Vortrag von Frau Scharrenbach wurde deutlich: Low-Tech ist ein zentraler Begriff für das Viersener Bauprojekt.

Dabei geht es nicht darum, moderne Technik grundsätzlich zu vermeiden. Vielmehr steht die Frage im Raum, welche technische Ausstattung tatsächlich benötigt wird und wie aufwendig die dafür notwendige Infrastruktur sein muss.

Beim Projekt „Generations“ bedeutet das unter anderem einen Blick auf einfache Materialien, eine möglichst unkomplizierte Installation und eine überschaubare technische Infrastruktur. Auch Bedienung und Wartung sollen nicht unnötig kompliziert werden.

Christian Frank sieht darin einen sinnvollen Gegenpol zu einer Entwicklung, bei der Digitalisierung und technische Innovation manchmal zum Selbstzweck werden können. Auch eine moderne Wohnimmobilie muss nicht jede verfügbare technische Möglichkeit ausschöpfen. Auf die Frage welche Rolle einfache und innovative Technologien bei dem Projekt spielen antwortet Frank:

„Eine große Rolle. Wir arbeiten hier an dem Projekt, in dem vorherigen Projekt und auch dem davor mit Infrarotheizungen. Wir nehmen also das Wasser aus dem Gebäude was die Wärmeversorgung angeht. […] Es kann natürlich, wie mit allem im Leben, auch übertrieben werden. Dementsprechend, und so sagt es die Frau Ministerin ja gerade, ist Low-Tech in mancherlei Hinsicht durchaus Sinnvoll.“

Gerade bei der Wärmeversorgung wird dieser Gedanke deutlich.

thermoheld übernimmt die Wärmeversorgung

Für „Generations“ ist eine elektrische Flächenheizung von thermoheld vorgesehen. Wie die Heizflächen letztlich in das Gebäude integriert werden, ist noch Gegenstand der Planung.

Derzeit werden zwei Varianten betrachtet: thermoheld FLIESE im Boden oder thermoheld FLEX in der Decke. Welche Lösung umgesetzt wird, hängt unter anderem von den Kosten und den konstruktiven Anforderungen des Gebäudes ab.

Auch Jennifer Pinders, die als Architektin des Projekts bei der VAB tätig ist, war vor Ort. Die Planung mit thermoheld ist für sie insbesondere deshalb interessant, weil sich die Heizflächen direkt in die Konstruktion des Gebäudes integrieren lassen. Ob die Heizung am Ende im Boden oder in der Decke liegt, wird sich im weiteren Verlauf der Planung entscheiden.

Jennifer Pinders, Architektin der VAB (rechts im Bild)

Der wesentliche Unterschied zu einer klassischen wassergeführten Fußbodenheizung liegt in der Infrastruktur. Es muss kein Wasser über aufwendige Rohrleitungen durch die einzelnen Flächen geführt werden. Die Wärme wird direkt elektrisch in den Heizflächen erzeugt.

Damit fügt sich die Flächenheizung in den Low-Tech-Gedanken des Projekts ein. Die wasserführende Wärmeverteilung entfällt, während die Heizflächen direkt in Boden oder Decke integriert werden können. Die Wohnungen sollen dabei separat geregelt werden können.

Bei der Planung von „Generations“ spielen die Eigenschaften der thermoheld-Systeme eine zentrale Rolle. Dazu gehören die schlanke Integration, der vergleichsweise einfache Einbau und die Möglichkeit, die elektrische Heizung mit einer Photovoltaikanlage zu kombinieren. Auch die Anschaffungskosten und der Verzicht auf eine wasserführende Heizungsinfrastruktur sind für das Projekt bedeutend. Für die späteren Bewohner ist das thermoheld-System zudem leicht zu bedienen. 

Wie VAB und thermoheld zusammengefunden haben

Die Zusammenarbeit zwischen der VAB und thermoheld entstand nicht erst beim Richtfest. Jürgen Stange, Prokurist der VAB, ist auf thermoheld zugegangen und hat den Kontakt angestoßen.

Jürgen Stange und Walter Schütz im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen VAB und thermoheld

Beim Richtfest wurde die Zusammenarbeit dann auch für die Besucher sichtbar. Walter Schütz, Geschäftsführer der FutureCarbon GmbH, das Unternehmen hinter der Marke thermoheld, war gemeinsam mit Vertriebsleiter Knud Saborowski in Viersen. Im Ausstellungsraum wurden die geplanten Heizsysteme vorgestellt und mit den Projektbeteiligten besprochen.

Für „Generations“ geht es nun in die nächste Phase. Die konkrete Ausführung der Wärmeversorgung wird im weiteren Planungsverlauf festgelegt. Für VAB und thermoheld bedeutet das, die bisherige Zusammenarbeit weiterzuführen und die Heizlösung gemeinsam auf die Anforderungen des Gebäudes abzustimmen.

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