Für Vermieter geht es bei der Wahl eines Heizsystems längst nicht nur um den Energieverbrauch. Ebenso wichtig sind die Anschaffungs- und Wartungskosten, der Verwaltungsaufwand sowie die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Immobilie.

Gerade deshalb rücken Infrarotheizungen zunehmend in den Fokus. Sie kommen ohne Heizkessel, Rohrleitungen oder aufwendige Technik aus und versprechen gleichzeitig eine einfache und wartungsarme Wärmeversorgung.

Doch lohnt sich eine Infrarotheizung wirklich für Vermieter? Die Antwort lautet: Ja – unter den richtigen Voraussetzungen. Wie bei jedem Heizsystem gibt es jedoch auch Grenzen, die berücksichtigt werden sollten.

In diesem Ratgeber informieren wir umfassend über Vorteile von Infrarotflächenheizungen, sowie deren Grenzen in spezifischen Anwendungsfällen.

Warum Vermieter andere Anforderungen haben als Eigentümer

Wer eine Immobilie vermietet, betrachtet eine Heizung oft aus einer anderen Perspektive als ein Selbstnutzer.

Für Vermieter stehen häufig folgende Fragen im Vordergrund:

  • Wie hoch sind die Investitionskosten?
  • Welche laufenden Wartungskosten entstehen?
  • Wie viel Verwaltungsaufwand verursacht das Heizsystem?
  • Wie attraktiv ist die Wohnung für potenzielle Mieter?
  • Wie zuverlässig funktioniert die Technik über viele Jahre?


Genau hier können Infrarotflächenheizungen ihre Stärken ausspielen.

Infrarotheizung vs. Konvektionsheizung – der entscheidende Unterschie

Klassische Heizkörper arbeiten überwiegend nach dem Prinzip der Konvektion. Sie erwärmen zunächst die Raumluft, die anschließend die Wärme im Raum verteilt.

Eine Infrarotheizung funktioniert anders: Sie erzeugt Strahlungswärme. Dabei werden nicht primär die Luft, sondern Wände, Möbel und Personen direkt erwärmt.

Dadurch entsteht häufig bereits bei etwas niedrigeren Raumtemperaturen ein angenehmes Wärmeempfinden. Viele Nutzer empfinden die Wärme als natürlicher und gleichmäßiger.

Ein zusätzlicher Vorteil: Als Faustregel gilt, dass bereits ein Grad weniger Raumtemperatur den Heizenergiebedarf um rund sechs Prozent reduziert. Wird die gleiche Behaglichkeit bei geringerer Lufttemperatur erreicht, kann sich dies positiv auf den Energieverbrauch auswirken.

Geringe Anschaffungs- und Einbaukosten

Einer der größten Vorteile für Vermieter sind die vergleichsweise niedrigen Investitionskosten.

Während Zentralheizungen häufig einen Heizraum, Rohrleitungen, Pumpen und umfangreiche Installationsarbeiten erfordern, besteht eine Infrarotheizung im Wesentlichen aus den Heizpaneelen und der Steuerung.

Das bedeutet:

  • keine wasserführenden Leitungen
  • kein Heizkessel
  • kein Schornstein
  • kein separater Heizraum


Besonders bei Sanierungen, Dachgeschossausbauten oder einzelnen Wohneinheiten kann dies die Investitionskosten deutlich reduzieren.

Wartungsfrei und langlebig

Klassische Heizungsanlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Brenner, Pumpen, Ventile oder Wärmetauscher verursachen über die Jahre Kosten und können ausfallen.

Infrarotheizungen besitzen keine beweglichen Teile und arbeiten nahezu verschleißfrei.

Für Vermieter bedeutet das:

  • keine fortlaufenden Wartungsverträge
  • geringere Folgekosten
  • geringe Ausfallrisiken
  • kein Abstimmungsaufwand mit Mietern


Gerade bei mehreren Wohneinheiten kann dies einen erheblichen organisatorischen Vorteil darstellen.

Weniger Verwaltungsaufwand bei den Nebenkosten

Ein oft unterschätzter Vorteil liegt in der Abrechnung.

Wird die Wohnung ausschließlich elektrisch beheizt und die Warmwasserbereitung beispielsweise über einen Durchlauferhitzer realisiert, laufen Heiz- und Warmwasserkosten direkt über den Stromvertrag des Mieters.

Dadurch entfällt ein großer Teil des Verwaltungsaufwands:

  • keine Heizkostenabrechnung
  • keine Verbrauchserfassung durch Heizkostenverteiler
  • keine Ablesetermine
  • keine Umlage von Wartungskosten


In Kombination mit einem Durchlauferhitzer können Heiz- und Warmwasserkosten vollständig aus den Nebenkosten herausgelöst werden. Stattdessen schließt der Mieter seinen eigenen Stromvertrag ab und trägt die tatsächlich entstehenden Energiekosten direkt selbst.

Für Vermieter bedeutet das häufig eine deutlich einfachere Verwaltung der Immobilie.

Besonders interessant für modernisierte und gut gedämmte Gebäude

Die Wirtschaftlichkeit einer Infrarotheizung hängt stark vom energetischen Zustand des Gebäudes ab.

In gut gedämmten Immobilien mit niedrigem Wärmebedarf kann eine Infrarotheizung ihre Vorteile besonders gut ausspielen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Neubauten
  • KfW-Effizienzhäuser
  • umfassend sanierte Bestandsgebäude
  • moderne Wohnungen mit guter Gebäudehülle


Da hier nur wenig Heizenergie benötigt wird, fallen die Stromkosten deutlich weniger ins Gewicht.

Altbau ist nicht gleich Altbau

Häufig wird pauschal behauptet, Infrarotheizungen seien für Altbauten ungeeignet.


So einfach ist die Realität jedoch nicht.


Der Begriff „Altbau“ sagt zunächst wenig über den tatsächlichen energetischen Zustand eines Gebäudes aus.


Zwischen einem unsanierten Gebäude aus den 1950er-Jahren und einem modernisierten Altbau mit neuen Fenstern, gedämmter Gebäudehülle und saniertem Dach können enorme Unterschiede beim Wärmebedarf bestehen.


Entscheidend ist daher nicht das Baujahr, sondern die tatsächliche energetische Qualität der Immobilie.

Die Grenzen einer Infrarotheizung

So überzeugend die Vorteile auch sind: Eine Infrarotheizung ist nicht für jede Immobilie die wirtschaftlich beste Lösung.

Bei Gebäuden mit sehr hohem Wärmebedarf können die Stromkosten deutlich steigen.


Das betrifft insbesondere:

  • unsanierte Altbauten
  • Gebäude mit schlechter Dämmung
  • Immobilien mit dauerhaft hohem Heizbedarf


In solchen Fällen sollten Vermieter die Wirtschaftlichkeit sorgfältig prüfen und verschiedene Heizsysteme miteinander vergleichen.

Schnelle Reaktionszeiten und bedarfsgerechtes Heizen

Ein weiterer Vorteil zeigt sich insbesondere in Wohnungen mit wechselnder Nutzung.

Während wassergeführte Systeme häufig träge reagieren, erzeugen Infrarotheizungen nahezu unmittelbar Wärme.

Das ermöglicht eine bedarfsgerechte Nutzung der Räume und verhindert unnötiges Dauerheizen.

Gerade bei Ferienwohnungen, Einliegerwohnungen oder selten genutzten Bereichen kann dies ein wichtiger Vorteil sein.

Fazit: Für viele Vermieter eine wirtschaftlich interessante Lösung

Infrarotheizungen bieten Vermietern zahlreiche Vorteile: geringe Investitionskosten, keine Wartung, wenig Verwaltungsaufwand und eine einfache Installation.

Besonders in gut gedämmten Gebäuden, modernisierten Wohnungen oder Objekten mit niedrigem Wärmebedarf können sie eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu klassischen Heizsystemen darstellen.

Gleichzeitig gilt: Die Qualität der Gebäudehülle bleibt entscheidend. Je besser die Dämmung, desto stärker können die Vorteile einer Infrarotflächenheizung zum Tragen kommen.

Wer die Wirtschaftlichkeit einer Heizlösung beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur den Energiepreis betrachten, sondern das gesamte System aus Anschaffung, Wartung, Verwaltung und laufendem Betrieb.

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